Feedbackkultur – digital oder analog? (Teil 1)

Feedback ist trendy geworden. Meinung Kundtun erlebt eine neue Freiheit und Vielfalt, wenn wir an Online Applikationen wie Twitter, Facebook, Instagram oder WhatsApp denken. Schnell Kommunizieren und schnell Reagieren – Stellung Beziehen ist in. Dies beeinflusst auch die Feedbackkultur in Unternehmen. Das Spektrum reicht dabei von der Kultur des direkten (analogen) Feedbacks über Mitarbeitergespräche, 360°-Feedback, Mitarbeiterbefragungen und schnelle „snap shot“ Feedbacks à la Twitter und Instagram. Lesen Sie in unserem zweiteiligen Blog, was die aktuellen Trends in der Feedbackkultur sind und wie Sie erfolgreich Feedback üben können – sowohl analog als auch digital.

Feedback – was ist das überhaupt?

Unternehmen haben erkannt, dass Feedback nicht nur maßgebliche Voraussetzung für Innovationen ist, sondern auch, dass immer mehr Mitarbeiter Feedback als Grundlage für ihre persönliche Entwicklung und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erwarten.

Rückmeldungen gehören zu den Grundfesten zwischenmenschlicher und konstruktiver Kommunikation. Sie dienen ebenso dazu Missverständnisse zu klären, wie Ansprüche und Erwartungen zu formulieren. Kurz: Feedback stärkt das gegenseitige Verständnis, hilft dabei, Vertrauen aufzubauen und verbessert das Ergebnis erledigter Arbeit. Als Instrument in der Personalführung und -entwicklung dient professionelles Feedback zugleich dazu, Leistungen zu verbessern und Mitarbeiter zu motivieren. Entscheidend für ein professionelles Feedback sind neben guter Vorbereitung und genügend Zeit, allerdings auch die Ziele, die mit den Rückmeldungen verfolgt werden. Zum Beispiel:

  • Leistungsniveau festzustellen und zu beurteilen
  • Erzielte Erfolge benennen und bewerten
  • Neue Ziele zu definieren und künftige Anforderungen zu formulieren
  • Benötigte Kompetenzen zu analysieren
  • Weiterentwicklung des Mitarbeiters zu planen
  • Missverständnisse oder (personelle) Konflikte zu lösen
  • Einigkeit über die weitere Zusammenarbeit zu erzielen

So ein umfangreiches Feedback stellt für beide Seiten eine große Herausforderung dar. Denn professionelles Feedback kann nicht nur Lob, sondern auch Kritik beinhalten und bezieht oft sensible Bereiche, wie etwa die persönliche Weiterentwicklung, mit ein (positives wie negatives Verhalten).

 

Was Sie in Ihrem Feedbackgespräch beachten sollten, können Sie in unserem kleinen Überblick lesen:

Regeln für wertschätzendes und wertschöpfendes Feedback

Feedback empfangen

  • Seien Sie sich bewusst, dass Rückmeldungen „Wahrnehmungen des Anderen“ sind, die sich von Ihrer Wahrnehmung unterscheiden können.
  • Hören Sie aktiv und engagiert auf den „3 Zuhör-Ebenen“ zu und nehmen Sie das Feedback auf. Nicht Rechtfertigen, nicht Diskutieren, sondern Wahrnehmen.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
  • Bedanken Sie sich für das Feedback, auch wenn Ihnen das, was Sie erfahren haben, zunächst nicht gefällt.
  • Entscheiden Sie bewusst, was Sie beibehalten, was Sie verändern und was Sie weiter an sich beobachten möchten.
  • Geben Sie Rückmeldung, was Sie mit dem Feedback machen.

Feedack geben

  • Das Wichtigste: Den Anderen wertzuschätzen und nicht abzuwerten => „Ich bin OK“ und „Du bist OK“
  • Geben Sie Feedback nicht nur zu kritischen, sondern auch zu positiven Verhaltensaspekten. (Stärken stärken!)
  • Geben Sie nur Feedback, wenn Ihr Gesprächspartner bereit ist, das Feedback anzunehmen und wenn die Situation Offenheit zulässt. Feedback anbieten, nicht aufdrängen.
  • Beziehen Sie Feedback auf beobachtbare Verhaltensweisen (Sprechen, nonverbale Mimik und Gestik, sowie Handeln). Verzichten Sie auf Wertungen und Verurteilungen.
  • Die Verhaltensweisen, zu denen Sie Feedback geben, sollte der Empfänger auch verändern können (gerade bei kritischem Feedback). Verlangen Sie nicht vom Gesprächspartner, dass er Ihr Feedback sofort akzeptiert. Geben Sie ihm Zeit, die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdbild zu verarbeiten.

Analoges Feedback

In Zeiten der Digitalisierung klingt das Wort „analog“ schon fast old-fashioned. Dabei ist es für den wertschätzenden Umgang miteinander extrem wichtig, die Feedbackkultur im echten Dialog zu stärken. Dies gilt in Lebenspartnerschaften genauso, wie in Unternehmen. Feedback richtet sich nicht mehr nur an die Führungskräfte. Mit dem Anspruch einer Kultur auf Augenhöhe ist Feedback ebenso eine wichtige Haltung für alle zusammen Arbeitenden.

Der große Vorteil des analogen Feedbacks ist der direkte Kontakt und das Erzeugen einer motivierenden Dynamik (zum Beispiel bei einer Face-to-Face Veranstaltung). Die daraus resultierenden Ergebnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen wird durch diesen direkten Kontakt und die motivierende Dynamik erleichtert. Durch die fehlende Anonymität entsteht ein offener Austausch mit einer direkten Ansprache (keine versteckten Botschaften).

Ein Nachteil, gerade bei großen Feedbackabfragen, ist der große Abstand zwischen Befragung und Rückmeldung der Ergebnisse. Dies beeinträchtigt schnell die Motivation der Befragten und die Verknüpfung der Ergebnisse mit den Folgeprozessen. Die Dokumentation von analogen Feedback-Formaten mit Face-to-Face-Charakter ist ebenfalls ein Problem, nachdem diese nicht automatisiert erfolgen kann und somit Ergebnisse unter den Tisch fallen können.

Feedforward – Neue Strategie, um mit Rückmeldung die Entwicklung und Veränderung zu fördern.

Der Begriff Feedforward geht auf Marshall Goldsmith zurück und will folgendes verdeutlichen: Feedback wirkt sich dann positiv auf Verhalten und Leistung aus, wenn es in die Zukunft gerichtet ist. Deshalb: Feedforward, statt Feedback. Wichtig ist, konkrete Erwartungen und Veränderungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzuzeigen. Wie genau kann ich mein Verhalten verändern, um eine Aufgabe besser, schneller, leichter, schlanker zu erledigen? Feedforward wirkt sich besonders dann leistungsfördernd aus, wenn es konkrete Ziele (und das dafür notwendige Verhalten) in der Zukunft festlegt.

Feedforward ist eine Grundhaltung und ist nicht auf ein jährliches Entwicklungsgespräch beschränkt. Notwendig ist hier eine ständige Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Eine solche Ziel- und Ergebnis-orientierte Rückmeldung mit konkreten Ideen zu Verbesserungs- und Veränderungsmöglichkeiten fördert die Leistung aller zusammen Arbeitenden und trägt zu einem positiven Klima bei.

Mit Feedforward ändert sich die Haltung mit der Rückmeldung gegeben wird. Statt rückwirkend zu bewerten, geht es um konkrete Verbesserungsmöglichkeiten. Eine Erfahrung: Feedforward können Mitarbeiter leichter „annehmen“. Sie werden nicht gelobt oder kritisiert für Dinge, die sie nicht mehr ändern können. Stattdessen beschäftigen sie sich mit dem Potential, das in ihnen steckt und den im Gespräch dominierenden neuen Möglichkeiten.

Buchtipp

Noch mehr Interessantes zum Thema Feedforward finden Sie in diesem Buch.

Marshall Goldsmith, Feedforward,

Verlag Writers of the Round Table Press2012, ISBN 978-1-939418-00-5

Zum Buch

Haben Sie Fragen zu unserem Blog? Wir beantworten sie Ihnen gerne! Lesen Sie in dem zweiten Teil unseres Blogs zum Thema Feedback mehr über die digitale Feedbackkultur und ihre Vorteile.

Sie möchten mehr über Mitarbeiterfeedback erfahren oder Ihre Unternehmenskultur stärken? Wir helfen Ihnen gern bei der Entwicklung eines Konzeptes oder der konkreten Umsetzung.

 

Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Ihr Machwürth Team International

Quellen:

https://karrierebibel.de/feedback-geben/

https://www.humanresourcesmanager.de/news/zwischen-digitalen-botschaften-und-persoenlicher-interaktion.html

Pressekontakt

Kristina Gust
Marketing
Phone: +49 4262 93 12-31
Email: kristina.gust@mwteam.com

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